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Zeitungsbericht vom 20. Dezember 2011
Spitzentiere in fast jedem Stall
Eschenbacher Kleintierzüchter freuen sich über vorzügliche Bewertungen
Eschenbach. (do) „Dresdener braun!“ Günther Jauch und seine Kandidaten hätten in der Quizsendung „Wer wird Millionär?“ mit dieser Bezeichnung bestimmt ihre liebe Not. Handelt es sich um die berühmten Dresdener Stollen oder um eine Konkurrenz zum Nürnberger Lebkuchen oder vielleicht doch um eine Dresdener Kaffeespezialität? Da könnte ein Telefonjoker weiterhelfen. Vielleicht Werner Kennel in Eschenbach? Nein, nein. Der ist kein Konditor, sondern Kleintierzüchter und Vorsitzender des Eschenbacher Vereins. Werner Kennel weiß: „Das Dresdener braun gehört in einen Hühnerstall. Es handelt sich um rassiges Federvieh.“ Im Hühnerstall oder im Freilauf sind auch das Deutsche Reichshuhn, federfüßige oder holländische Zwerge, Holländer Weißhauben, Zwergwyandotten und „Drei Farbenschläge von Zwergorpington“ zu bestaunen. All das schokobraune, schwarz oder orange gebänderte, blaugesäumte oder goldhalsige Federvieh war vor zwei Wochen hinter Gittern bei der Lokalschau des Kleintierzuchtvereins Eschenbach zu betrachten. Zur umfassenden Kleintierausstellung gehörten aber auch die Kategorien Groß- und Wassergeflügel, die Sparten Zwerghühner und Tauben und eine Kaninchenschau. Nur noch „Spanisch“ verstand der Nichtfachmann bei den Bezeichnungen für 18 Rassen in 37 Farbschlägen beim Geflügel und bei den Namen der Rassekaninchen. Acht Preisrichter des Bayerischen Landesverbandes der Kleintierzüchter gaben bei der Leistungsschau der Eschenbacher Züchter für 302 Gänse, Enten, Perl- und Zwerghühner, Texaner, Steigerkröpfer, Lux- und Schautauben, King Schwarz und Show-Racer sowie im Bereich Kaninchen für 77 Deutsche Riesen, Deutsche Großsilber, Wiener und Zwergwidder ihre Bewertung ab. Die Benotungen der Gutachter spiegelten sich am Samstagabend bei der Meisterschaftsfeier des Vereins in Meistertiteln, Pokalsiegern und Verbandspreisen wider.
In Anwesenheit von drittem Bürgermeister Klaus Lehl und Stadtverbandsvorsitzendem Vinzenz Dachauer würdigte zunächst der Ausstellungsleiter für Kaninchen, Josef Dötterl, auch im Namen von Florian Götz die Zuchterfolge der Mitglieder. Mit der Bestnote "vorzüglich“ (6 mal), dem Spitzenergebnis „hervorragend“ (14 mal) und einem „sehr gut“ (38 mal) sei die Bewertung durch die Preisrichter wieder zur vollsten Zufriedenheit der Züchter ausgefallen. Josef Dötterl verwies vor allem auf die überragende Beurteilung der Zuchtergebnisse von Florian Götz bei den Altzüchtern und von Andreas Marzi bei den Jugendlichen.
Titel für Eduard Kaufmann
Zu Meisterehren kam jedoch Eduard Kaufmann. Der in Moos wohnende Züchter gewann mit seinen schwarzen und grauen Wienern knapp vor Anton Fichtl. Eduard Kaufmann gewann auch den Wanderpokal und eine Kreisverbandsprämie. Den Titel des Jugend-Vereinsmeisters gewann Andreas Marzi. Auch der Landesverbands-Ehrenpreis für Jungzüchter ging an Marzi. Prämien auf Landesverbands- und Bezirksverbandsebene gewann Florian Götz für seine Deutschen Riesen weiß.
Ein Superjahr
Einig waren sich die Ausstellungsleiter Josef Dötterl und Werner Kennel Junior nach der Ehrung: „Die Zuchterfolge 2011 waren Spitze.“ und Vorsitzender Werner Kennel bestätigte: „In den Ställen gibt es gute Zucht.“ Die Erleichterung war dem langjährigen Vorsitzenden anzumerken. „Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen in den letzten zwei Jahren ist der Verein stärker denn je“, stellte Werner Kennel fest. Das neue Vereinsheim sei dafür ein sichtbares Ausrufezeichen. Die Meisterschaftsfeier hatte traditionell mit einer Schmankerlbrotzeit begonnen. Mitglieder und Gäste wurden von Vereinswirt Einicher und Ehefrau mit sauren Bratwürsten verwöhnt. Die Spezialität gehört offenbar zu den bevorzugten Gerichten des Stadtverbandsvorsitzenden. Jedenfalls schwärmte Vinzenz Dachauer von der Delikatesse, übergab eine Spende, beglückwünschte den Verein zum neuen Heim und gratulierte den Züchtern zu ihren Erfolgen. Idealisten am Werk
Dritter Bürgermeister Klaus Lehl entdeckte bei den Kleintierzüchtern Idealismus, Einsatzbereitschaft und Leidenschaft. Die tagtägliche Tierpflege bedeute viel Arbeit und viel Tierliebe, wusste der Stadtvertreter. Klaus Lehl gratulierte der Vorstandschaft um Werner Kennel sowie allen aktiven Mitgliedern zum neuen Schmuckstück am Birschlingweg, anerkannte die hervorragende Jugendarbeit und überreichte im Auftrag des Bürgermeisters einen Spendenbrief

Helle Freude haben die Kinder und Jugendlichen an ihrem Hobby. Für den Nachwuchs gab es eine gesonderte Meisterschaftsehrung. Unser Bild zeigt vorne von links Luke Kennel, Zoe Kirschsieper, Kai Kennel und Bettina Dobmeier. Mitte von links Julia Dobmeier, Leon Kraus, Christopher Rupprecht und Yan Kennel. Dritte Reihe von links Jugendleiter Peter Dörner, Andreas Marzi und Vorsitzender Werner Kennel. Bild: do

In neuen Räumlichkeiten lässt es sich noch schöner feiern. Deshalb bestand bei der Meisterschaftsehrung des Kleintierzuchtvereins Eschenbach doppelter Grund zur Freude. Ein neues Zuhause und große Zuchterfolge: Vorstand und aktive Mitglieder sind glücklich. Unser Bild zeigt die erfolgreichen Züchter mit den Ehrengästen, von links: Stadtverbandsvorsitzender Vinzenz Dachauer, Ausstellungsleiter Josef Dötterl, Annegret Kennel, dritter Bürgermeister Klaus Lehl, Roland Holzmann, Ausstellungsleiter Werner Kennel jun., Erich Raß, Thomas Walter, Karl Schraml und Eduard Kaufmann. Bild: do |